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positive Resonanz der Presse
COOLE RUNDE AUF DER HARLEY-Integrationsfest “Rock am Wasserturm” hat inzwischen Familiencharakter
Märkische Allgemeine 13.06.2005
PEER STRAUBE
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Helmut Erker ist begeistert. “Eine tolle Sache, ganz fantastisch”, freut sich der Potsdamer Behindertenbeauftragte. Was Erker zu solch euphorischen Reaktionen veranlasst, erlebte an diesem Sonnabend bereits seine vierte Auflage. “Rock am Wasserturm” nennt sich das Spektakel, ein Musikfestival, bei dem Behinderte und Nichtbehinderte auf Hermannswerder zusammenkommen, “und einfach gemeinsam einen schönen Tag haben”. Aus den alten Bundesländern kenne er so etwas nicht, meint Erker der sich so eine Veranstaltung durchaus als “Exportartikel” in Richtung Westen vorstellen könnte. Von einem “Fest mit Familiencharakter” spricht inzwischen Matthias Molkentin, einer der Organisatoren des Vereins “Rock am Wasserturm”. Da es für Behinderte oft schwierig sei, zu einem Rockkonzert anzureisen, “haben wir das einfach umgedreht” und das Event zu den Behinderten geholt. Doch mittlerweile reisen sie in Bussen aus dem ganzen Land an, aus Brandenburg/Havel und sogar aus Jüterbog. “Wir schreiben vorher gezielt an die Träger von Behinderteneinrichtungen in Berlin und Brandenburg”, sagt Molkentin, der selbst im Wohnheim für Menschen mit geistigen und Mehrfachbehinderungen auf Hermannswerder arbeitet. Zudem versuche man, die Preise niedrig zu halten, aber dennoch Qualität zu liefern. Eine Art Abwehrhaltung gegen die schlechte wirtschaftliche Lage. Auch die Bands unterstützen das Anliegen. Die “Funky Aligators”, “Awera”, die “Löwenzahnband”, “Trailhead”, “Maggies Farm”, und “Hans der Kleingärtner” – sie alle spielen gratis und bekommen nur eine Aufwandsentschädigung. Hinzu kommen finanzielle Unterstützung privater Spender, von Firmen und von der Hoffbauer-Stiftung. Vom Eingang ertönt plötzlich das Brummen schwerer Motoren. Unter dem Jubel der Anwesenden fahren die Biker ein. Der Auftritt der Motorradrocker gehört seit drei Jahren zu den Höhepunkten der Veranstaltung. “25 sind wir diesmal”, stellt Mario Drescher befriedigt fest: “Ein neuer Rekord.” Drescher, ein blonder Mann mit schwarzem Ledermantel, ist der einzige Harley-Fahrer im Tross. Im Beiwagen oder als Sozius dürfen die Behinderten die eine oder andere Runde drehen. “wir Biker können sie verstehen”, sagt Drescher angesichts der glücklichen Gesichter: “Wir freuen uns auf unseren Maschinen ja auch wie die kleinen Kinder.” Diese Freiheit zu teilen sei ein gutes Gefühl, sagt er. Eine Frau im Rollstuhl fährt heran. Martina Lubitz ist aus Beeskow angereist. “Da möchte ich auch mal mitfahren”, bittet sie Drescher. “Das kriegen wir schon hin”, sagt er. Einmal, berichtet Lubitz stolz, habe sie schon auf einem Bike gesessen: “Das war cool.”
Die Presse schmeichelt uns :-)
ROCK IM REGEN-Integrationsfest auf Hermannswerder:550 Besucher
PNN 13.06.2005
Kerstin mag Musik nur wenn sie laut ist. “Je lauter desto besser”, sagt die Betreuerin der 18-Jährigen, die hören kann, aber noch nie ein Wort gesprochen hat. Das Mädchen mit den kurzen blonden Haaren umarmt die riesige Lautsprecherbox. Ihr Körper vibriert mit den Bässen der dröhnenden Rockmusik. Kerstin lächelt mit geschlossenen Augen.
550 Menschen, behinderte und nicht behinderte besuchten am Sonnabend das Festival “Rock am Wasserturm”. Nicht nur Potsdamer, auch viele Berliner, wie Kerstin, die in einem Behindertenheim in Berlin Mitte wohnt. Zum vierten Mal findet das “Integrative Musikevent” auf Hermannswerder statt. Matthias Molkentin hat mit seinem Verein “Rock am Wasserturm” organisiert. Die Idee dazu kam dem Heilerziehungspfleger, der im Behindertenwohnheim auf der Insel arbeitet, als er vor fünf Jahren ein Rockfestival besuchte. Dabei fiel ihm auf, dass das Gelände für “Rollifahrer” völlig ungeeignet war. Ein behindertengerechtes Festival war die Lösung. Ein Festival auf dem “Behinderte und Menschen ohne Behinderung zusammengeführt werden”.
“Rock am Wasserturm” sei mittlerweile schon Tradition und ein Ereignis, “das das ganze Jahr in den Köpfen der Besucher bleibt.” Der geistig behinderte Andreas war bisher jedes Mal dabei. Auf dem Festival sei einfach “alles cool”: die Musik der sechs Bands aus Potsdam, Berlin und Zwickau, aber auch vor allem die “Biker” mit ihren schweren Maschinen. Mischa Finke vom “Rock am Wasserturm” hat 30 Mottorradfahrer mobilisiert, die mit den behinderten Besuchern schnelle Runden drehen. Auch das ist bereits Tradition. Die Männer in den schwarzen Ledermonturen sind schon das dritte Jahr dabei. “Am Anfang gab es Berührungsängste”, erzählt Finke, “aber dann wollten sie garnicht mehr nach Hause.” Das es ständig regnet, stört auf Hermannswerder niemanden. Zur Musik der “Löwenzahnband” und “Maggies Farm” tanzen Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam: Integration die rockt. just




